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Klimaschutz erfordert vernünftiges Handeln, aber auch Verzicht, so fordert die Ökologisch Demokratische Partei ÖDP u.a. den Verbot von Kurzstreckenflügen unter 700 km Luftlinie, die Abschaffung aller Subventionen u. Steuervorteile für den Flugverkehr _Si

Traunstein:

„Erneuerbar erzeugte Energie ist ein aktiver Beitrag zur Friedenssicherung!“ lautete das Motto der letzten Veranstaltung des ÖDP-Kreisverbandes. Georg Huber erörterte bei den einleitenden Worten, wie seiner Meinung nach die Politik auf die aktuellen weltpolitischen Herausforderungen reagieren sollte.  „Deutschland und Euopa brauchen eine sichere Energieversorgung“, so Huber. „Sicher heißt

1. Aus eigenen erneuerbaren Quellen, so dass eine stabile Grundversorgung ohne Importe auf längere Zeit möglich ist.

2. Dezentral organisiert und damit widerstandsfähig gegen äußere Störungen und

3. Im Notfall autark. Gemeinden und Landkreise müssen auch bei einem Zusammenbruch von Energielieferungen eine elementare Versorgung mit lokalen Erzeugungsanlagen und Energiespeichern sicherstellen.“

Der ÖDP-Kreisvorsitzende mahnte hier neben  einem deutlichen Ausbau von Erneuerbaren Energien aber auch die Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen an, die sofort eine  Verbrauchsreduzierung bewirken würde.   „Wir von der ÖDP fordern unter anderem die sofortige Einführung eines Tempolimits,  gesetzliche Rahmenbedingungen zur Reduzierung von „grauer Energie“ (z.B. bei Baumaßnahmen) oder auch längere Produkthaftungszeiten zur Abkehr der „Wegwerfmentalität“ , so Huber. „Dass ÖDP-Motto „Weniger ist mehr“  ist momentan aktueller den je und die  Auswirkungen des Ukrainekrieges offenbaren einmal mehr, dass durch eine Kreislaufwirtschaft mit geringerem Energie- und Rohstoffverbrauch neben Klimaschutz auch ein wichtiger Beitrag zu mehr Frieden in der Welt beigetragen werden kann“ so der Waginger Gemeinderat weiter.

In der darauffolgenden Diskussion kritisierte Helmut Kauer aus Traunreut  die Verantwortlichen des Landkreises, an erster Stelle Landrat Walch (CSU)für die Blockierung der Energiewende. „Der Landkreis Traunstein baut im 21. Jahrhundert Schulgebäude und Altenheime ohne die Nutzung der Solarenergie. Das ist für die ÖDP im Landkreis Traunstein unverantwortlich im Hinblick auf zukünftige Generationen. Damit macht sich der Landkreis auch mitschuldig an der Abhängigkeit Deutschlands von Russischen Energielieferungen. Wer die neue Realschule Trostberg und das neue, keiseigene Altenheim in Palling ohne Nutzung der Sonnenenergie baut, hat sich an der Zukunft unserer Kinder vergriffen und beteiligt sich an der Finanzierung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine“, so der Vorsitzende der ÖDP-Bundesarbeitskreises Demokratie-Außenpolitik-Europa weiter.  „Genauso unverantwortlich handelt Ministerpräsident Söder,  der mit seinem Festhalten an der 10 H Regel und der Weigerung, PV-Anlagen auf Gebäude des Freistaates zu errichten (nur 15 % der Neubauten sind damit ausgestattet) uns zwingt, Russisches Gas zu kaufen., so Kauer.

 ÖDP-Kreisrätin Frau Dr. Ute Künkele darauf hin, dass es immens wichtig sei, Gebäude länger zu nutzen und vermehrt auf Holz als Baustoff zurück zu greifen. „Ich kann nicht verstehen, warum z.B. im Rottmayr-Gymnasium in Laufen der erst 20jährige C-Trakt abgerissen und mit viel Geld und Energie neu errichtet werden soll“, so die Biologin weiter. Außerdem sprach sie sich für einen verstärkten Ausbau von PV-Anlagen aus, z.B. auch bei Parkdecks und betrieblich genutzten Parkplätzen.

Dr. Rainer Schenk aus Traunstein gab ihr Recht betonte dabei aber auch, dass es oft viele Hürden für solche Anlagen gibt und die Politik gefordert ist, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass solch (sinnvolle) Investitionen auch getätigt werden können. „Ich finde es wichtig, dass die verschiedenen regenerativen Energien nicht gegeneinander ausgespielt werden, da wir alle Formen der erneuerbaren Energien brauchen und nur gemeinsam das Klimaschutzziel erreichen können. Photovoltaik und Wind z.B. ergänzen sich gerade bei den Hauptertragszeiten sehr gut“ so Schenk, der sich schon seit vielen Jahren auch im Forum Ökologie Traunstein für Energieeinsparung und den Ausbau erneuerbarer Energien engagiert.

Bruno Siglreitmaier betonte, dass er ein Fan von Photovoltaikanlagen sei, da es ein gutes Gefühl sei, wenn man sieht, wie der Strom von der eigenen PV-Anlage erzeugt wird und  man damit umweltfreundlich den eigenen Stromverbrauch im Haus, aber auch den Verbrauch des E-Auto´s ressourcenschonend abdecken kann. Neben der Erzeugung von möglichst viel regenerativem Strom sei es seiner Meinung nach aber auch immens wichtig, alle Möglichkeiten der Energieeinsparung auszuloten und umzusetzen. Siglreitmaier stellt klar, das es ein Trugschluss sei, zu meinen, den „alten ggf. überdimensionierten Benzin- /Dieselverbrenner“gegen ein gleich „schweres“ E-Auto mit hohem Stromverbrauch zu ersetzen, ohne den sich, vielleicht geänderten Bedarf, zu hinterfragen.  „Die umweltfreundlichste Energie ist immer noch die, welche gar nicht verbraucht wird“, so der stellvertretende ÖDP-Kreisvorsitzende <s>,</s> der auch an die Forderung der ÖDP -. Verbot von Kurzstreckenflügen unter 700 km Luftlinie – erinnerte.

Helmut Kauer  mahnte noch an, dass der anfallende Bioabfall noch viel stärker für die Erzeugung von Biogas genutzt werden muss.

Maria Dirnaichner aus Schnaitsee forderte in dem Zusammenhang mit Biogas aber auch, dass jede Anlage kritisch betrachtet werden muss, damit letztlich ökologisch nicht mehr kaputt gemacht wird, als der regenerativ erzeugte Energieträger positives bewirken kann. „Die nachwachsende Silphie als Ersatz für  Mais ist hier sicher eine Möglichkeit den Schaden für die Biodiversität durch die großen Maismonokulturanbau etwas zu verringern, aber auch lange Transport- und Fahrwege sollten verboten werden“, so die ÖDP-Gemeinderätin.

Barbara Regensburger:

Neben all den Vorschlägen, die von den großen Parteien gemacht werden, betont die ÖDP vor allem die Notwendigkeit der Energieeinsparung. Weshalb gibt es in Deutschland noch immer kein Tempolimit? In den 70er Jahren gab es autofreie Sonntage. Die Attraktivität Sprit und Material fressender SUVs ließe sich durch erhöhte Steuern mindern. Eine verpflichtende Verlängerung von Garantiezeiten würde sich positiv auf die Langlebigkeit von Produkten auswirken.

Die Ausweitung von Gewerbegebieten führt nicht nur zur Vernichtung von Flächen, sondern bietet Platz für noch mehr Erzeugnisse, die bereits im Überfluss vorhanden sind. Der Slogan der ÖDP „weniger ist mehr“ bedeutet nicht nur eine gewisse Einschränkung der Verbraucher sondern vor allem den Abschied von einer entfesselten Überproduktion. Wir fressen buchstäblich unseren Planeten auf für Dinge, von denen wir nicht einmal wissen, wie wir sie entsorgen können.

Dass wir uns schnellstmöglich von fossilen Brennstoffen verabschieden müssen, ist nicht zuletzt durch den Krieg in der Ukraine offenkundig geworden. In diesem Zusammenhang weist die ÖDP darauf hin, dass auch die Stadt und der Landkreis Traunstein noch viele diesbezügliche Entwicklungsmöglichkeiten haben. So gehören beispielsweise PV-Anlagen auf alle Carports, auf ….. entlang der Autobahn, auf alle Überdachungen von Supermärkten sowie auf deren Dachflächen, sofern diese nicht für Wohnraum hochgebaut werden. Man kann die Beheizung von Schwimmbädern hinterfragen und schließlich auch eine Fußgängerbrücke, die im Winter beheizt wird…..

Claudia Lahr und Dr. Schenk Rainer wiesen am Ende der Veranstaltung noch auf den neuen Klimaschutz-Bürgerentscheid  in Traunstein hin, welcher voraussichtlich am 29.Mai der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt wird. „Wir vom ÖDP-Kreisverband unterstützen ganz klar euer Anlagen und finden es vorbildlich, wie ihr es geschafft habt, dass die Bürger selber die Möglichkeit haben, für mehr Klimaschutz in Traunstein zu stimmen“, so der ÖDP-Kreisvorsitzende Georg Huber in seinem Schlussplädoyer.